Das Pokern hatte es lange Zeit alles andere als leicht. Im Volksmund galt es ausschließlich als Freizeitvergnügen für Verbrecher, die sich gegenseitig um Hausschlüssel, Guthaben und Schlimmeres abzogen. Der Siegeszug, der noch heute anhält, schien zu wirklich keiner Sekunde abzusehen: Gepokert wird mittlerweile überall, selbst im Fernsehen werden regelmäßig die großen Turniere übertragen. Spätestens, wenn Stefan Raab Prominente um sich schart, um gemütlich den Weg zum Royal Flush zu begehen, wird deutlich, dass das Kartenspiel in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Der kleine Bruder der World Series of Poker

Die WSoP war über viele Jahrzehnte hinweg die ganz heiße Nummer, die aus kleinen Hobbyspielern mitunter Großverdiener zauberte. Ihren Höhepunkt fand das Turnier, als Chris Moneymaker im Jahr 2003 mit einem mehr als geringen Startkapital zum Finaltisch gelangte und ihn letztendlich auch noch gewann. Aus 39 Dollar wurden kurzerhand 2,5 Millionen! Der europäische Ableger ging 2004 an den Start und hört seitdem passenderweise auf den Namen European Poker Tour. Die jeweiligen Turniere werden auf eine ähnliche Weise gespielt und wurden vom TV-Produzenten John Duthie ins Gespräch gebracht.

Kleineres Buy in, identisches Potential

Sonderliche Unterschiede zum großen Bruder gab es von Anfang an nicht. Einen gewichtigen Anteil hatten jedoch die etwas überschaubareren Möglichkeiten. So lag das Startgeld nur etwa bei der Hälfte und brachte dementsprechend geringere Gewinne mit sich. Konsequent blickte die European Poker Tour anfänglich nicht auf die ganz große „star power“, bescherte aber dennoch Möglichkeiten von Gewinnen im sechsstelligen Bereich. 2007 stiegen die Teilnehmerzahlen – und damit auch die Jackpots. Mittlerweile haben sich so einige große Namen an den Finaltischen eingefunden, um sich spannende Duelle zu liefern. Die Finalspiele erwiesen sich teilweise sogar als noch dramatischer, da im Gegensatz zum Vorbild gleich acht Spieler teilnahmen.

Highlight der anderen Art

Den größten Medienrummel ergatterte die European Poker Tour überraschenderweise nicht etwa durch einen hohen Gewinn, sondern einen spektakulären Raubüberfall. 2010 brachen vermummte Räuber in das Hyatt-Hotel in Berlin ein und verursachten einen handfesten Skandal, der einen medialen Rattenschwanz mit sich zog. Obwohl die Täter nur wenige Tage später gefasst wurden, fehlt von der Beute weiterhin jede Spur.

Die EPT besitzt selbstverständlich nicht den großen Ruf des Vorgängers, hat sich auf dem europäischen Festland aber doch zu einer ausgezeichneten Möglichkeit entwickelt, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf die Probe zu stellen. Nach den Erfolgsgeschichten von unter anderem Chris Moneymaker und Pius Heinz besteht ohne jeden Zweifel Luft nach oben! PokerStars bietet Online Qualifikationsturniere zu verschiedenen European Poker Tour Events.