Würfelpoker ist die Bezeichnung für eine Reihe von Pokervarianten die mit Würfeln gespielt und mittlerweile auch vermehrt als Online-Spiele angeboten werden. Die Versionen des Würfelpokers haben im engen Sinn nichts mit den klassischen Kartenspielen des Pokers zu tun – hier wurden jedoch Elemente des Pokers, wie Pokerkombinationen auf Würfelspiele übertragen.

Pokerwürfel

Pokerwürfel

Würfelpoker wird etwa seit Ende des 19. Jh. vor allem in den USA gespielt. Allgemein unterscheidet man zwischen drei zentralen Varianten dem Poker Dice, Liar Dice und Escalero. Die Gemeinsamkeit der verschiedenen Formen des Würfelpokers besteht zunächst einmal darin, dass die Pokerwürfel speziell gestaltet sind und zwar das die sechs Seiten der Würfel, die Symbole der Karten Neun, Zehn, Bube, Dame, König und Ass darstellen. Von der Aufteilung her liegen das Ass der Neun, der König der Zehn und die Dame dem Buben gegenüber. Ein Satz Pokerwürfel besteht aus fünf Würfeln. Bezug nehmend auf das Kartenspiel sind hier u. a. Pokerkombinationen von fünf gleichen Symbolen bis hin zu einem Full House oder einer Straße möglich.

In absteigender Rangfolge sind dies:

–    Five of a kind, fünf Gleiche.
–    Four of a kind, vier Gleiche.
–    Full house.
–    High straight, die fünf aufeinander folgenden Werte A–K–D–B–10.
–    Low straight, die fünf aufeinander folgenden Werte K–D–B–10–9.
–    Three of a kind, Drilling.
–    Two pairs.
–    One pair.
–    Runt, keine Kombination.

Es ist jedoch zu bemerken, dass diese Pokerkombinationen nicht in allen Würfelpokerversionen in dieser Art und Weise zählen. Das allgemeine Ziel beim Würfelpoker besteht darin die beste Pokerhand zu würfeln. Ein Spieler darf in jeder Runde höchstens dreimal würfeln. Ist man beispielsweise mit dem ersten Wurf nicht zufrieden, so kann man erneut einen oder mehrere Würfel aufnehmen und würfeln. Im Folgenden sollen die beiden bekanntesten Versionen Poker Dice und Liar Dice vorgestellt werden.

Poker Dice, auch als Offenes Würfelpoker bezeichnet, ist für wenigstens zwei Spieler ausgelegt – ideal sind zwei bis fünf Teilnehmer. Der erste Spieler beginnt und kann wie bereits gesagt maximal dreimal würfeln. Hat der erste Spieler seine Aktion beendet so ist der Gegner an der Reihe. Gewinner ist derjenige, der die höchste Pokerkombination erreicht. Bei gleicher Wertigkeit gilt das Spiel als unentschieden.

Um Poker Dice wesentlich anspruchsvoller zu gestalten können auch einzelne Bietrunden in das Spiel eingeführt werden. So wird dann meistens mit einen Ante gespielt – was bedeutet, dass man zunächst einen minimalen und maximalen Betrag festlegt. Zu Beginn des Spiels, also vor dem ersten Wurf, setzen beide Spieler den minimalen Beitrag und füllen somit den Pot. Die erste Bietrunde erfolgt dann erst vor dem zweiten Wurf. Der Spieler der nun am Zuge ist, hat die Möglichkeit zu setzen oder zu checken. Anschließend ist der Gegner an der Reihe und kann dann wie beim klassischen Poker reagieren, also callen, ebenfalls checken, den Einsatz erhöhen oder aussteigen. In jeder Runde darf jedoch nur einmal gesetzt und erhöht werden. Die Setzrunden werden vor den weiteren Würfelrunden in diesem Schema wiederholt. Bei mehreren Teilnehmern werden in der Regel keine Wettrunden durchgeführt.

Eine weitere und sehr beliebte Version des Würfelpokers ist Liar Dice das so genannte Verdeckte Würfelpoker. Übersetzt heißt diese Variante soviel wie „Lügen mit Würfeln“. Liar Dice ist dafür ausgelegt um von zwei Teilnehmern gespielt zu werden. Das Besondere an dem Spiel ist, dass der Möglichkeit zu bluffen ein großer Freiraum eingeräumt wird. Pro Spieler werden ein Würfelbecher und ein Satz von fünf Pokerwürfeln benötigt. Die Spieler sitzen sich gegenüber, dazwischen steht ein kleiner Schirm, der verhindert, dass die Spieler sehen können, was der jeweilige Gegner gewürfelt hat. Eine Partie Liar Dice setzt sich aus einzelnen Spielen zusammen. Ein Spieler hat die Partie gewonnen, sobald er zwei oder drei einzelne Spiele gewonnen hat.

Wie ist nun die Vorgehensweise beim Liar Dice?  Das Spiel beginnt damit, dass jeder Spieler zunächst einmal würfelt und derjenige mit dem höchsten Zeichen der so genannte Caller wird und er das Spiel beginnt. Der Spieler würfelt seine Würfel gegen den Schirm und nennt eine Punktekombination, Hand genannt. Die möglichen Pokerkombinationen wurden bereits beschrieben. An dieser Stelle kommt die Möglichkeit des Bluffens ins Spiel. Die Punktekombination die der Spieler ansagt muss nicht stimmen – es muss aber eine genaue Punktekombination genannt werden. Es würde also nicht ausreichen zu sagen, dass man beispielsweise ein Full House hat. Der Gegner muss daraufhin eine Entscheidung treffen. Hinsichtlich der Entscheidung lassen sich verschiedene Vorgehensweisen identifizieren: glaubt er nicht der Ansage des Callers, so besteht die Möglichkeit den Schirm zu entfernen und somit das Spiel zu beenden. Hat der Wurf einen geringeren Wert als angesagt, so hat der Caller verloren. Wurde der Wurf dagegen korrekt angesagt oder hat einen höheren Wert, so gewinnt der Caller. Die zweite Vorgehensweise kann sein, dass der Spieler die Aussage des Callers akzeptiert. Nun kann er selbst würfeln und eine Ansage machen, diese muss jedoch die Wertigkeit des Callers überbieten. Tritt dieser Fall auf, so ist der Caller an der Reihe und muss ebenfalls entscheiden ob er die Ansage glaubt oder nicht. Auch beim Liar Dice besteht die Möglichkeit, dass ein Spieler maximal dreimal würfeln darf. Falls man mit dem ersten Wurf nicht zufrieden ist kann man erneut würfeln, um eine bessere Punktekombination zu erreichen. Gespielt wird solange bis ein Spieler den Schirm hebt – dann ist das Spiel beendet. Der Gewinner eines Spiels ist der Caller im nächsten Spiel. Sollte der äußerst seltene Fall eintreten, dass ein Spieler die Kombination aus fünf Assen würfelt so wird der Schirm gehoben und der Gegner hat die Möglichkeit mit dem ihm noch verbliebenen Würfen ebenfalls diese Kombination zu würfeln. Gelingt ihm das nicht, so gewinnt der Gegner.